„miniaturen“ gegen die Verniedlichung
„Das hinter einem jungen Reh durch den Wald laufende blonde Mädchen in 'miniatur 5 (Wilde Wasser)' wird in Eggs Interpretation von einer Neben- zur Hauptdarstellerin. Das sonst wie eingestreut wirkende und beiläufig übersehene Kindermotiv wird zum Blickfang und macht in seinem tadellos herausgeputzten, sonntäglichen Dirndlgewand inmitten des sonnendurchfluteten Forstes auf die alles andere als unschuldige Inszenierung der vorgeblichen Unschuld vom Lande aufmerksam. Eggs Videoarbeiten mit den subtil veränderten, sich wiederholenden oder spiegelnden Bildsequenzen werfen ihre Ursprungsfilme gleichsam auf sich selbst zurück. Es sind keine Miniaturen im Sinne einer mundgerechten Verkleinerung und Verfeinerung bestimmter Vorbilder, sondern Akte der Fokussierung zur genaueren und kritischen Annäherung an die Techniken der Verniedlichung. Keine Geschichte im gewohnten Sinn absorbiert nun diese Bilder, keine Identifikation mit Helden und Opfern kann sich einstellen, um darüber hinwegzutäuschen, dass es sich um einen jeweils präzise inszenierten Bildzauber handelt. Im Gegenteil: Die Art der Verrückung aus dem ursprünglichen Filmverlauf lässt die Regeln dieses Zaubers erahnen." Rainer Fuchs
„Das hinter einem jungen Reh durch den Wald laufende blonde Mädchen in 'miniatur 5 (Wilde Wasser)' wird in Eggs Interpretation von einer Neben- zur Hauptdarstellerin. Das sonst wie eingestreut wirkende und beiläufig übersehene Kindermotiv wird zum Blickfang und macht in seinem tadellos herausgeputzten, sonntäglichen Dirndlgewand inmitten des sonnendurchfluteten Forstes auf die alles andere als unschuldige Inszenierung der vorgeblichen Unschuld vom Lande aufmerksam. Eggs Videoarbeiten mit den subtil veränderten, sich wiederholenden oder spiegelnden Bildsequenzen werfen ihre Ursprungsfilme gleichsam auf sich selbst zurück. Es sind keine Miniaturen im Sinne einer mundgerechten Verkleinerung und Verfeinerung bestimmter Vorbilder, sondern Akte der Fokussierung zur genaueren und kritischen Annäherung an die Techniken der Verniedlichung. Keine Geschichte im gewohnten Sinn absorbiert nun diese Bilder, keine Identifikation mit Helden und Opfern kann sich einstellen, um darüber hinwegzutäuschen, dass es sich um einen jeweils präzise inszenierten Bildzauber handelt. Im Gegenteil: Die Art der Verrückung aus dem ursprünglichen Filmverlauf lässt die Regeln dieses Zaubers erahnen." Rainer Fuchs
