Fotoserie: Krieg und Frieden
Ich fotografierte Skulpturen, die in der Nachkriegszeit der 1950-er und 60-er Jahre, für den Freiraum vor allem öffentlicher Wohnbauten in Auftrag gegeben wurden. Ich verwendete dazu eine Mittelformatkamera. Es beginnt mit dem „Wasserbüffel“ von Elisabeth Turolt für den Wohnblock Van der Nüll Gasse 93 in Favoriten von 1951 und endet mit dem „Pferdefohlen“ von Inge Keppler in der Ketzergasse 473 in Rodaun von 1968. Die beiden Arbeiten zeigen schon, dass die Mehrzahl dieser Freiplastiken Tiere oder Menschen mit Tieren abbildet. „Die Stadt Wien als Mäzen“ heißt eine Publikationsreihe, die nach dem Krieg gestartet wurde und sich u.a. mit diesen Skulpturen befasst. Mich interessiert dabei die Tatsache, dass die beauftragten bzw. angekauften Werke in dieser Publikation als modern und fortschrittlich, ja avantgardistisch gepriesen werden. Die meisten Arbeiten entsprechen dieser Einschätzung eher nicht. Sowohl die behandelten Themen als auch die Ausführung kommen höchstens verhalten modern daher, man möchte sagen, viele sind betont harmlos. Mittels ihrer 'lieblichen' und konventionellen Themen und Machart, die auf Harmonie abzielen, Konfrontation vermeiden und den Konsens suchen, wird für mich vor allem Abstand genommen vom Trauma der Kriegsjahre und der Zeit des Nationalsozialismus.
petra egg
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