Entfernte Dinge
„Von der Erscheinung her oft an (Kinder-)Basteleien, an Ausschneide- und Einklebearbeiten erinnernd, an bricoleurhaftes Heimwerkeln oder an mit den Anruch des Biederen und Häuslichen behaftetes Handarbeiten und textiles Werken (bzw. all das bewusst zitierend), wirken Petra Eggs künstlerische Handlungen teilweise recht zweckmäßig motiviert: Billig erstandene second hand-Kleidungsstücke erfordern, sofern sie nicht hundertprozentig passen oder den eigenen Vorstellungen entsprechen (was selten vorkommt), eine Abänderung: Hosen werden gekürzt, Schulterpolster herausgetrennt, Knöpfe und diverse aufgenähte Zierden, die nicht gefallen oder an den falschen Stellen sitzen, werden abgeschnitten. Diese Änderungs- und Umfunktionierungsprozesse werden von ihr dokumentiert, die dabei "entfernten Dinge" selbstverständlich aufbewahrt und bei Gelegenheit wieder neu verarbeitet. Ein weiterentwickeltes, durchtriebenes Spiel mit der "Entzauberung" des Kunstobjekts, wie es von Duchamp in Gang gesetzt wurde; ein Spiel mit der Produktion bzw. Behauptung von Kunst, der man nicht unbedingt anmerkt, dass sie Kunst ist." Ulrike Matzer
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