Tuschzeichnungen
"Vorbilder und deren Bedeutung für die eigene Biografie, ihr Einfluss auf die eigene Arbeit, die Aneignungsprozesse und Rollenspiele sowie der Umgang mit dem eigenen Werk sind auch das Thema einer seit 1993 in loser Folge entstandenen Serie von Tuschezeichnungen: präzis durchkomponierte Blätter mit stark abstrahierten und verknappten, durch wenige, allerdings "virtuos" durchlaufende Linien umrissenen Figuren. Teils sind die Motive angelehnt an mythologische Themen der Antike bzw. allegorische Darstellungen der älteren Kunstgeschichte (Pegasus, Medusa, Justitia), teils verweisen sie auf Topoi der künstlerischen Selbstrepräsentation. So erkennt man charismatische Identifikationsfiguren der jüngeren Vergangenheit ebenfalls an ihren jeweiligen imagebildenden Attributen (was wäre Joseph Beuys ohne seine Armee-Weste). Obwohl durch die lakonischen Titel Hinweise geliefert werden, scheint ein gewisses Maß an Hermetik und Erklärungsbedürftigkeit der häufig recht kryptischen, mitunter bedeutungsschwer anmutenden Szenen ein ganz bewusst kalkulierter Teil der Arbeiten zu sein. Neben dem Verweis auf künstlerische role models, mit denen die eigene Person unter Umständen in eins fällt ("Vorbild", "Ich als Lee Marvin"), finden sich nicht wenige, freilich nur Kennern ersichtliche Zitate aus ihren Arbeiten in symbolträchtige oder quasi-narrative Zusammenhänge eingebaut, wie etwa die bodenlose "Box II", die "Medusa"-Zöpfe, die Schaumstoff-Wollhandschuh- Kombination "Frechheit" oder das frei schwebend wirkende Schwamm- Knetgummi-Wandobjekt." Ulrike Matzer
"Vorbilder und deren Bedeutung für die eigene Biografie, ihr Einfluss auf die eigene Arbeit, die Aneignungsprozesse und Rollenspiele sowie der Umgang mit dem eigenen Werk sind auch das Thema einer seit 1993 in loser Folge entstandenen Serie von Tuschezeichnungen: präzis durchkomponierte Blätter mit stark abstrahierten und verknappten, durch wenige, allerdings "virtuos" durchlaufende Linien umrissenen Figuren. Teils sind die Motive angelehnt an mythologische Themen der Antike bzw. allegorische Darstellungen der älteren Kunstgeschichte (Pegasus, Medusa, Justitia), teils verweisen sie auf Topoi der künstlerischen Selbstrepräsentation. So erkennt man charismatische Identifikationsfiguren der jüngeren Vergangenheit ebenfalls an ihren jeweiligen imagebildenden Attributen (was wäre Joseph Beuys ohne seine Armee-Weste). Obwohl durch die lakonischen Titel Hinweise geliefert werden, scheint ein gewisses Maß an Hermetik und Erklärungsbedürftigkeit der häufig recht kryptischen, mitunter bedeutungsschwer anmutenden Szenen ein ganz bewusst kalkulierter Teil der Arbeiten zu sein. Neben dem Verweis auf künstlerische role models, mit denen die eigene Person unter Umständen in eins fällt ("Vorbild", "Ich als Lee Marvin"), finden sich nicht wenige, freilich nur Kennern ersichtliche Zitate aus ihren Arbeiten in symbolträchtige oder quasi-narrative Zusammenhänge eingebaut, wie etwa die bodenlose "Box II", die "Medusa"-Zöpfe, die Schaumstoff-Wollhandschuh- Kombination "Frechheit" oder das frei schwebend wirkende Schwamm- Knetgummi-Wandobjekt." Ulrike Matzer
